Die korrekte Blutentnahme Drucken

Beeinflussbare Einflussgrößen wie Ernährung, Fasten, Alkohol, körperliche Aktivität, Medikamenteneinnahme, Tagesrhythmus,… sind bei der Vorbereitung des Patienten auf die Probenentnahme bzw. Laboruntersuchung zu beachten, um ihren Einfluss auf das Analysenergebnis möglichst gering zu halten.

Für Verlaufsbeurteilungen ausgewählter Laborparameter ist es sinnvoll, die Blutproben immer um die gleiche Tageszeit zu entnehmen. Optimaler Weise sollte die Blutabnahme morgens möglichst immer nüchtern zwischen 7 und 9 Uhr erfolgen.

Eine Vielzahl von Laborparametern wird durch die Nahrungsaufnahme beeinflusst, wie z.B. Glukose, Triglyzeride, aber auch Cholesterin, Eisen, Harnsäure, Bilirubin, Insulin, Kalium, Kalzium, anorg.Phosphat, Cortisol, Dopamin,… reagieren empfindlich auf eine Nahrungsaufnahme. Daher ist eine 12-stündige Nahrungskarenz unbedingt zu empfehlen. Hohe Fettwerte führen zu lipämischen Seren, die für das Labor nur eingeschränkt verwendbar sind, da sie photometrische, turbidimetrische oder nephelometrische Bestimmungen stören können.

Venöse Blutentnahme unter Standardbedingungen

zwischen 07.00 und 09.00 Uhr

  • Nüchtern (12 Stunden Nahrungskarenz)
  • Keine vorangegangenen Alkoholexzesse
  • Körperliche Überanstrengung in den vorhergehenden 3 Tagen vermeiden
  • Die Einnahme von Medikamenten bzw. ihre Absetzung soll erfasst werden
  • Nach mindestens  5 Minuten Ruhestellung erfolgt die Blutentnahme im Liegen
  • Max. 30 Sekunden stauen, wenn das Blut zu fließen beginnt, soll die Stauung gelöst werden
  • Öffnen und Schließen der Faust vermeiden, keinesfalls „pumpen“
  • Die Reihenfolge der Röhrchen bei  der Abnahme ist zu beachten
  • Alle Röhrchen sofort nach der Blutentnahme über Kopf kippen (leicht schwenken, nicht schütteln!)
  • Vor- und Zuname auf den Röhrchen überprüfen

Durchführung

Auswahl der Entnahmestelle, in der Regel Kubitalvenen der Ellbogenbeugen.

  • Bestimmen der Einstichstelle (gut gefüllte Vene), Arm sollte gestreckt sein
  • Anlegen der Staubinde 8-10 cm oberhalb der vorgesehenen Einstichstelle
  • Nochmals Vene ertasten und desinfizieren
  • Schutzhülle der Kanüle entfernen, Schliffseite der Kanüle nach oben, die  Stichrichtung gegen die Hautspannung  wählen
  • Dem Patienten den unmittelbar bevorstehenden Einstich ankündigen
  • Vene punktieren
  • Sobald das Blut fließt, Stauung öffnen (nicht länger als 30 sec stauen)
  • Ist das gewünschte Blutvolumen erreicht, Tupfer auf der Einstichstelle positionieren, Kanüle rasch zurückziehen und die Vene mit dem Tupfer 20 - 30 sec komprimieren, anschließend bei ausgestrecktem Arm Schnellverband anlegen

Transport - Einsendung der Proben an das Labor

  • Für Gerinnungsuntersuchungen sollte das Gerinnungsröhrchen am selben Tag ins Labor gelangen.
  • Ist dies nicht möglich, muss das Röhrchen zentrifugiert, das Plasma in ein anderes Röhrchen transferiert und eingefroren werden.
  • Etiketten so aufkleben, dass seitlich mind. ½ cm frei bleibt, um das Probenmaterial im Labor optisch beurteilen zu können (einfach Patientenetiketten über die am Röhrchen befestigte Etiketten kleben)
  • Etiketten sollen gerade aufgeklebt werden, da die Lesegeräte in den Analysenautomaten den Barcode sonst nicht lesen können.
  • Falls Serumröhrchen erst am Folgetag ins Labor geschickt werden können, müssen die Röhrchen zentrifugiert und im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Etiketten vor Desinfektionsmitteln und starker Sonneneinstrahlung schützen, da sonst die Beschriftung und der Barcode unleserlich werden.

Reihenfolge der Röhrchen bei der Blutentnahme

1. Blutkulturen Zuerst  aerobe,
dann anaerobe Blutkulturflasche
2. Serum Röhrchen mit Trenngel
3. Citratblut - Gerinnung Natrium-Citrat
4. Heparin Plasma Natrium-Heparin
5. EDTA Vollblut Hämatologie
6.Natrium Fluorid Glukose