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Montag, den 20. Oktober 2014 um 13:28 Uhr

Was ist Ebola?

Eine Ebola-Viruserkrankung ist eine schwere Erkrankung, die durch das Ebola-Virus verursacht wird und oft tödlich verläuft. Das Ebola-Virus gehört zur Familie der Filoviridae, welche in die Gattungen der Marburg-, Cueva- und Ebolaviren (5 Unterarten: Zaire, Sudan, Reston, Tai Forest und Bundibugyo) gegliedert werden. Die Krankheit betrifft Menschen sowie Primaten (Affen, Gorillas und Schimpansen) und andere Tiere (z.B. Busch-Antilopen). Der Ursprung des Virus ist unbekannt. Nach dem heutigen Wissensstand wird angenommen, dass Flughunde die Wirte für das Virus sind.

Wie werden Menschen durch das Virus angesteckt?

Übertragen wird die Krankheit durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Speichel, Urin, Stuhl, Samenflüssigkeit) - lebender oder toter - infizierter Menschen oder wildlebender Tiere (Affen, Fledermäusen, Waldantilopen).
Eine Ansteckung ist auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person bis zu drei Monaten nach deren Genesung möglich.

Was sind die typischen Symptome der Krankheit?

Symptome einer Ebola-Viruserkrankung zeigen sich zwei bis 21 Tage nach Ansteckung mit plötzlichem Fieberanstieg, Muskelschmerzen, starken Kopf- und Bauchschmerzen. Das nächste Stadium der Erkrankung wird von Erbrechen, Durchfall, Ausschlag und einer Leber- und Nierenfunktionsstörung begleitet. In manchen Fällen kann es auch zu starken inneren und äußeren Blutungen und einem Multiorganversagen kommen. Die Patientin  bzw. der Patient ist erst ansteckend, sobald die ersten Symptome auftreten. Die Krankheit kann nur durch Labortests bestätigt werden.

Wie erfolgt die Behandlung?

Schwer erkrankte PatientInnen werden intensiv medizinisch betreut. Derzeit gibt es keine zugelassene, speziell gegen eine Ebola-Viruserkrankung wirksame Impfung oder Medikation. Die WHO hat am 11. August 2014 verlautbart, dass es in diesem speziellen Fall - aufgrund der Schwere des Ausbruchs - ethisch vertretbar sei, die Anwendung von nicht zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung und Vorbeugung der Ebolavirus-Erkrankung zu ermöglichen. Um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, sollten alle Verdachtsfälle sowie erkrankte Patientinnen und Patienten isoliert werden.

Kann die Krankheit verhindert werden?

Derzeit gibt es keine zugelassene, speziell gegen eine Ebolavirus-Erkrankung wirksame Impfung oder Therapie. Die WHO hat am 11. August 2014 verlautbart, dass es in diesem speziellen Fall - aufgrund der Schwere des Ausbruchs - ethisch vertretbar sei, die Anwendung von nicht zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung und Vorbeugung der Ebolavirus-Erkrankung zu ermöglichen. Noch ist es zu früh, Aussagen über die Wirksamkeit dieser Medikamente am Menschen zu treffen. Für Personen, die in betroffenen Gebieten leben oder in betroffene Gebiete reisen, ist das Risiko einer Infektion mit dem Ebola-Virus sehr gering, außer wenn die Person in direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines erkrankten Menschen oder eines erkrankten Tieres kommt. Bei flüchtigem Kontakt mit nicht krank erscheinenden Menschen an öffentlichen Orten wird die Krankheit nicht übertragen. Beispielsweise besteht keine Infektionsgefahr beim Hantieren mit Münzen und Bargeld, beim Einkaufen oder im Schwimmbad. Das Ebola-Virus wird durch Seife, Bleiche (Natriumhypochlorit), Sonnenlicht oder Trockenheit abgetötet. Das Ebola-Virus wird nicht von Moskitos übertragen. Ebenso wird das Virus nicht wie die Grippe durch die Luft übertragen.

Ist es sicher während eines Krankheitsausbruchs zu verreisen?

Ihr Risiko mit dem Ebola-Virus in Kontakt zu kommen ist extrem gering. Durch Einhaltung folgender Präventivmaßnahmen sollte das Risiko einer Infektion in den betroffenen Gebieten ausgeschlossen werden können:

  • Reisende sollten jeden Kontakt zu Erkrankten vermeiden
  • Vermeiden Sie direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten von Patienten oder Leichen und mit möglicherweise kontaminierten Gegenständen
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit – lebenden oder toten – Wildtieren und den Verzehr von "Buschfleisch"
  • Vermeiden Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person bis zu drei Monaten nach deren Genesung
  • Regelmäßiges Händewaschen mit Seife oder Desinfektionsmittel
  • Beim Verreisen in die Seuchengebiete sollte man auf allfällige Symptome achten und beim leisesten Verdacht medizinische Hilfe aufsuchen.
  • In Gesundheitseinrichtungen besteht ein erhöhtes Risiko an Ebola zu erkranken. Es wird angeraten, sich über geeignete Gesundheitseinrichtungen im Land bei einheimischen Freundinnen/Freunden, Kolleginnen/Kollegen oder Verwandten zu informieren und
  • sicherzustellen, dass Ihre Reiseversicherung im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls die Kosten für den erforderlichen Rücktransport übernimmt.

(17.10.2014)